Interessantes zum Genre Krimi

Kurze Krimi - Definition


Es gibt keine einheitliche Definition für den Kriminalroman, denn die Übergänge zu anderen Literaturarten sind fließend.

Der Begriff entspringt dem Wort 'crimen', lat. Verbrechen.

Im Plot geht es normalerweise um die Aufklärung eines Verbrechens durch einen Ermittler. Dieser muss nicht immer in Gestalt eines Detektives oder Polizisten auftreten, es kann auch ein 'Durchschnittsbürger' sein.

Im Verlauf der Handlung erhalten der Ermittler und der Leser immer mehr Tipps und Informationen zu der verübten Tat. Dadurch wird der Leser in den Fall hineingezogen und versucht, gemeinsam mit dem Ermittler, eine Lösung zu finden und Fragen zu beantworten.

Wer hat die Tat verübt?

Welche Beweggründe gibt es?

Wie wurde das Verbrechen ausgeführt?

Und vieles mehr.

 

Der Krimi teilt sich in zahlreiche Subgenres auf.

 

 

 

Die bekanntesten Subgenres des Krimis

Im Zentrum jedes Subgenres steht die Aufklärung eines Verbrechens. Jedoch unterscheidet sich je nach Subgenre die Gestaltung des Ganzen.  

 

- Regionalkrimi:

Er spielt an einem realen Ort (Dort, Kleinstadt, Region, Insel), der ausführlich und detailliert beschrieben wird. Die Figuren sprechen den Dialekt der Gegend. Nur die Verbrechen sind überall gleich. Sei es Mord Totschlag, Raub oder Erpressung

- Reisekrimi:

Eine Reise steht im Vordergrund des Falls.

- Genusskrimi:

Eine wesentliche Rolle kommt hier einem bestimmten Genussmittel (Pralinen, Schokolade, Wein) zu.

- Historischer Krimi:

Die Ereignisse handeln in der Vergangenheit, entweder von wirklich vorgefallenen Kriminalfällen (beispielsweise der Tod von König Ludwig II) oder von fiktionalen Kriminalfällen.

- Ethno-Krimi:

Die Kultur (Sitten, Gebräuche) der Hauptfigur die meistens einen ethnischen Hintergrund besitzt, steht im Mittelpunkt der Tataufklärung.

- Whodunit:

Ein aus England stammender klassischer Rätselkrimi. Er wird auch Landhauskrimi oder Cozy genannt. Zusammen mit dem Ermittler löst der Leser das Verbrechen. Folgende Merkmale sind meistens vorhanden: Der Mord geschieht in einem sogenannten geschlossenen Raum. Der Verstand und die Raffinesse des Detektivs werden herausgefordert. Er berät sich mit einem Freund oder Kollegen und versucht, den Tathergang zu rekonstruieren, indem er nach dem Motiv und der Tatwaffe forscht. Durch geschickte Befragungen der Zeugen, bereitet er die Überführung des Täters vor. Es kommen nur die zu Anfang eingeführten Personen als Mörder in Betracht. Am Ende wird eine überraschende Lösung präsentiert, da der Leser zuvor auf eine falsche Fährte gelockt wurde. In der Regel gibt es keine Brutalität in Sprache und Szenen.

- Polizeikrimi:

Eng verbunden mit der Whodunit, wobei der Ermittler bei der Polizei arbeitet und dessen Arbeit realistisch dargestellt wird.

- Hardboiled Krimi:

Die amerikanische Antwort auf die Whodunit, mit dem Unterschied, dass die Ermittler in dem hartgesottenen Krimi mit derber Sprache und zynischer Weltanschauung auftreten und sich nur selten an gesetzliche Regelungen halten. Waffengebrauch, brutale Szenen und eine actionreiche Handlung sind normal. Nach dem Verbrechen beginnt die Suche nach dem Täter, den Motiven und der Aufklärung. Am Ende wird der Täter überführt und das Rätsel gelöst. Eine weitere Besonderheit, die im Whodunit Krimi so nicht vorkommt, ist der sozialkritische, realistische Blick auf die Gesellschaft.

- Splatterkrimi:

Wesentlicher Bestandteil ist die Gewalt, die ausführlich beschrieben wird und vom Leser starke Nerven verlangt.

- Agenten- und Spionageroman:

Beide Begriffe unterschieden sich nicht, sie werden als Synonym benutzt. Im Spionageroman trifft man neben Agenten auch Doppelagenten, Auskundschafter und Verräter an.

- Detektivgeschichte:

Hier stehen die Rekonstruktion und die Aufklärung eines Verbrechens durch einen Detektiv im Mittelpunkt.

- Gerichtskrimi / Justizkrimi:

Die Handlungen sind überwiegend im Gerichtssaal angesiedelt. Entweder soll eine der Hauptfiguren bald vor Gericht oder sie steht bereits vor Gericht. Eine andere Hauptfigur ist für deren Anklage oder Verteidigung zuständig, vielleicht ist sie auch ein Jurymitglied. Zeitlich setzt er dort an, wo die Mehrzahl der Krimis aufhört, nämlich mit dem 'Kampf' zwischen dem Ankläger und dem Verteidiger, um die Schuld bzw. Unschuld eines Verbrechers tatsächlich zu beweisen

- Gerichtsmedizinischer Krimi:

Es dreht sich alles um die Aufklärung der Tat. Hierbei stehen die Ergebnisse der gerichtsmedizinischen Untersuchungen im Fokus

- Gangsterkrimi:

Die im Gangstermilieu verübten Handlungen sind mit dem Zusammentreffen von Polizei und Verbrecherbande verbunden, an deren Ende oft die Inhaftierung oder der Tod der Täter steht.

- Krimi Noir:

Dieses Subgenre ist mehr als ein Krimi. Die Antihelden durchleben nicht nur die Verbrechen, sondern steigen hinab in die Abgründe ihrer dunklen Seelen. Hier handelt es sich nicht um geniale Denker oder von sich überzeugte Typen, sondern in sich zerrissene Menschen, die ihrem Schicksal nicht entkommen können. Der Krimi Noir zeigt die Welt so wie sie ist, er beschönigt nichts. Es gibt kein Happy End. Auch, wenn das Verbrechen aufgeklärt wird, besteht weiterhin die kriminelle Wirklichkeit mit all ihrer Unordnung und ihrem Irrsinn, so dass weiterhin Verbrechen verübt werden. Ein Krimi ist kein Thriller. Steht beim Krimi die Lösung des Falls und damit die Ermittlertätigkeit im Mittelpunkt, so lebt ein Thriller von der permanenten Spannung.